| « Zurück-Wohnen | Aus-Zug » |
Arbeits-Los und Hartz-Los
So, grad hab ich noch mal einige Zahlen gehört. Und drüber nachgedacht.
27,5 Mio. Erwerbstätige gibt es zur Zeit. Recht wenig. Und ca. 4,5 Mio. Arbeitslose. Also zusammen ca. 32 Mio Personen, die arbeiten könnten.
Wenn man nun die Arbeitszeit nicht erhöhen würde, sondern verringern würde auf 35 Stunden, so würden die meisten auf ein Achtel ihrer Arbeitszeit verzichten. Rund 12 %. Obwohl ja manche tariflich eh nur 35 Stunden arbeiten müßten. Aber nehmen wir mal an, sie verzichten auf die Überstunden. Natürlich gäbe es Lohneinbußen, aber 12 % sind glaub ich tragbar. Wenn also 27,5 Mio. Leute auf ein Achtel Arbeitszeit verzichten, dann gäbe das für je 7 Arbeitnehmer einen neuen Arbeitsplatz!
Oh ja, ich höre die Aufschreie: kann man doch nicht so rechnen, sind doch noch ganz viele Nebenkosten etc. Nun ja, die Nebenkosten. Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung und Rentenversicherung hängen prozentual vom Einkommen ab. Also würden diese Ausgaben auf Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite sinken! Und dann für den neuen Arbeitnehmer ausgegeben. Und wenn dann mehr Leute in die Sozialversicherungskassen einzahlen, dann sinkt der Beitrag wahrscheinlich auch noch mal.
Klar, man kann nicht das nicht so pauschal rechnen ? nicht überall arbeiten ein Vielfaches von 7 Mitarbeitern. Und nicht überall lassen sich für jeweils 7 Leute die Arbeitszeit einsparen. Aber nehmen wir mal an, es würde in 2/3 der Fälle klappen. Das würde bedeuten, rund 18 Mio. Leute reduzieren die Arbeitszeit. Das ergäbe etwas mehr als 2,5 Mio. neue Arbeitsstellen!
...
Das wiederum bedeutet, es sind nur noch ca. 2 Mio. Leute arbeitslos. Eine enorme Entlastung der sozialen Ausgaben wäre die Folge, da nun mehr Beitragszahler zur Verfügung stehen. Und es haben 2,5 Mio. Leute ein regelmäßiges Einkommen, das sie sicherlich auch (zum Teil natürlich nur) ausgeben werden, um Waren zu kaufen. Dadurch steigt die Binnennachfrage, die ja im Moment lahmt. Außerdem haben die 27,5 Mio. bisherigen Erwerbstätigen eine Sicherheit mehr: ihr Arbeitsplatz ist sicher, denn nun gibt es für die produzierten Waren auch neue Abnehmer. Und bei 35 Stunden kann man entspannter arbeiten.
So, wo ist nun der Fehler? Warum wird es bisher nicht so gehandhabt? Oder hat es noch keiner gewußt? ![]()
Tja, dann war da noch Hartz IV (oder heißt es: Hartz 4?). Bei der Umsetzung hat man natürlich wieder was vergessen ? die 400.000 Leute, die dem Arbeitsamt gegenüber erklärt haben, daß sie dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen, da sie bereits 58 oder älter sind. Und somit die Arbeitslosen-Quote senken. Und (bisher) darauf vertrauen konnten, keine Kürzungen zu erfahren. Nun ja, diesen Bestandschutz scheint es (mal wieder) nicht mehr zu geben. Diese Leute haben wohl verloren. Traurig.