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Hochzeit(szeitung) Teil 2 -- oder der Höllentrip mit Bahn und Co.
So, also gestern war Hochzeit. Standesamt in Lehrte, Feier in Bremen. Die Hochzeitszeitung war ja noch fertig zu stellen, da mir ja irgendwie 12 Stunden verloren gingen.
Also habe ich mir gedacht, du bist um halb 3 spätestens zu Haus und kannst dann noch 3 Stunden dran werkeln. Müßte für ein einfaches Layout reichen. Doch es kam leider anders als gedacht.
...
Erstmal war ich nicht um halb drei zu Haus – obwohl ich in Lehrte mit nur 10 Minuten Verspätung losgefahren bin – sondern gegen 14.50 Uhr. Dann ließ sich ein wunderschöner Font, dessen Ziffern mit Blumen dargestellt wurden, nicht installieren. Das hab ich fast 15 Minuten lang probiert. Tja, und zu Guter Letzt liessen sich die Bilder nicht von der Speicherkarte an meinem Mac lesen. Also mußte ich den Kartenleser an meinen Linux-PC anklemmen. Auch das kostete noch mal ne gute Viertelstunde. Schwuppdiwupp war somit eine weitere Stunde weg! ![]()
Also musste ich bis halb 6 fertig werden, damit ich die Zeitung noch ausdrucken konnte – einmal in Farbe fürs Brautpaar und Schwarz/Weiß für die Gäste. Ähm ja, das Layouten dauerte länger. Fertig war ich gegen 18.15 Uhr. So dachte ich mir, ok, schnell ausdrucken und das Farbexemplar binden lassen, stellte jedoch fest, daß ich das nur bis 18.30 Uhr binden lassen konnte. Danach hatte der Laden zu. Also woanders ausdrucken und binden lassen? Aber dann dafür wieder quer durch Hannover? Oh man, absolute Zeitnot, denn ich wollte eigentlich um 18.20 mit dem Zug nach Bremen fahren und mußte so ja schon den um 19.20 Uhr nehmen.
Hin und Her überlegt und ein S/W-Exemplar bei mir ausgedruckt, da das mit dem Binden eh nix werden würde. Mußte halt gelocht werden unterwegs und dann schnell mit Geschenkband vernünftig gebunden werden. Ich hatte ja nen Vierfach-Locher. Also ausgedruckt und Koffer gepackt, der nur zum Teil gepackt war.
Nachdem alles fertig war, machte ich mich auf den Weg zur Strassenbahn, um dann gegen 18.55 Uhr zu fahren. Bis zur Zugabfahrt hatte ich dann am Bahnhof noch reichlich Zeit zum Umsteigen. Dachte ich.
Die Bahn fuhr schon um 18.52 Uhr. Na gut, die nächste nehmen. Wird arg knapp mit 3 Minuten, aber müßte klappten. Es reichte nicht. Die Bahn kam mit Verspätung. Mit soviel, daß ich den Zug nicht mehr erreichen würde. >
Das konnte einfach nicht wahr sein! Vormittags schon so ein Debakel und jetzt wieder!
Bin ich wieder nach Hause geschlappt. Schuhe gewechselt, denn ich hatte die falschen an. Und geguckt, welche Züge ich noch nehmen könnte. IC und ICE gäb es noch. Die würden zwar kosten, aber was soll’s. Ich wollt ja endlich ankommen, alle anderen waren ja seit 19 Uhr bereits am feiern.
Also mit der nächsten Strassenbahn zum Bahnhof. Die wartete dann erst einmal fast 10 Minuten im Tunnel vorm Hbf. Klasse! Ging schon wieder gut weiter. Als ich dann oben ankam auf dem Gleis für den IC, da war es schon recht knapp. Und ich hörte eine Durchsage: “Aufgrund von Störungen im Betriebsablauf verzögert sich die Ankunft …". Der Zug sollte ca. 25 Minuten später eintreffen, der Zug davor hatte gar 45 Minuten Verspätung. Der richtige Zeitpunkt, um an eine Verschwörung zu glauben. ![]()
Also überlegte ich erneut, wie ich denn nun am schnellsten nach Bremen kommen könnte. Der Regional-Express fuhr erst wieder 20 nach – also derweil 20.20 Uhr. Aber er würde von Hannover starten, und somit wohl auch pünktlich sein. Und auch dann würden der IC und ICE fahren. Also wechselte ich zum Gleis des RE.
Und oh Wunder, er fuhr pünktlich ab. Das wars dann aber auch schon. Bei jedem weiteren Halt nahm er Minute um Minute an Verspätung hinzu, um schließlich vor Bremen ca. 15 Minuten Verspätung im Gepäck zu haben. Ätzend. Aber es gab Hoffnung. Laut Schaffner lag der Bahnhof Sebaldsbrück gute 10 Minuten vor dem Hbf. Bremen. Und von da kam man mit einem Bus weiter, so daß ich wohl die 15 Minuten zum Teil wieder rausholen konnte.
Eine Nachfrage beim Brautpaar offenbarte die kurze Zeit, die sie erst in Bremen lebten wohnten. Aber ich war guter Dinge und stieg in Sebaldsbrück aus. Der Bus würde hoffentlich auch fahren, der von dort fahren sollte. Die 21 (oder war es 25?) sollte es sein.
Ich ging den Ausgang Richtung Bus und Straßenbahn hinaus. Und sah die Rücklichter eines davonfahrenden Busses. Na Prima! Schnell auf den Plan geguckt, wann der nächste Bus käme. Und dann festgestellt, dass es die falsche Richtung war. Na Gott sei Dank! ![]()
Also rüber auf die andere Straßenseite. Dort geguckt. Und keinen Plan für diese Linie gefunden, die doch auf der anderen Seite abfuhr! Sollte sie beide Richtungen von der Haltestelle bedienen? Aber da war doch nur ein Plan. Nein, bestimmt nicht. So fragte ich eine wartende Passantin, ob es denn hier noch eine weitere Haltestelle für Busse gäbe.
“Wohin wollen Sie denn?” Ich nannte die Straße, wo der Bus halten sollte. Ne, kannte sie nicht. Und wußte auch nicht, ob es noch ne Haltestelle gäbe. Oh Gott, irgendwann ist der Bus weg. Ich suchte – und fand ca. 70 m weiter eine Haltestelle für den Bus, den ich nehmen wollte. Genial, 2 Haltestellen nebeneinander mit Abstand zu bauen. Sehr kundenorientiert.
Nun gut, der Bus sollte dann also gegen 21.52 Uhr kommen. Seit 19 Uhr wurde gefeiert. Ich konnte nur den Kopf schütteln. Dann rief mich das Brautpaar an. Wo ich denn bliebe. Nun ja, ich würde auf den Bus warten, der nun schon einige Minuten überfällig war. Na, die würden mich jetzt abholen (lassen). Ich sollte auf keinen Fall in den Bus steigen. “Sicher? Denn er kommt jetzt gerade.", fragte ich noch. Ja, auf keinen Fall den Bus nehmen. OK. War eh alles egal jetzt, also wartete ich auf mein “Taxi".
Bremen ist eine große Stadt. Mit Autobahn und Schnellstraßen. Und mit einer schlechten Straßenschildbeleuchtung. Nun gut, hatte ich erwähnt, daß der Bahnhof drei Aufgänge hatte? Und daß 2 davon entgegengesetzt waren? Und daß – wie sich später herausstellte – auf der anderen Seite auch eine Bushaltestelle war? Nicht? Dann jetzt.
Es hat ein wenig gedauert, dann wechselte ich die Seite. Mußte mich derweil noch von einer nicht mehr so Jugendlichen anmachen lassen, da ich Nichtraucher war und nun keine Zigaretten hatte. Ist so. Und dann wechselte ich zum anderen Aufgang und sah die andere Haltestelle. Derweil rief das Brautpaar an, warum wir denn noch nicht da seien. Nun, ich sah ja grad erst mein “Taxi".
Es wurde eine nette Rundfahrt in dem Stadtteil. Da baut übrigens Mercedes-Benz (oder nun: Daimler-Chrysler) Autos zusammen. Und nachdem wir dann den richtigen Weg zurück fanden, kamen wir an. Derweil war es 22.30 Uhr (oder noch ein wenig später – ich hab nicht mehr auf die Uhr geschaut). Die Party war in vollem Gange.
Das Essen war lecker, doch alle wollten die Hochzeitszeitung. Schade, hatte niemand vergessen
Und sie dachten alle, ich mache einen Scherz, wenn ich sagte, daß ich lediglich ein S/W-Exemplar dabei hätte. Mir war aber inzwischen nicht mehr nach Scherzen zumute.
Tja, hat aber auch gereicht. Haben wohl fast alle reingeschaut, ich hatte es ja auch nett gebunden und war bis auf meine Abstriche, die so nicht geplant waren, auch ganz ok. Haben sich jedenfalls alle köstlich amüsiert. Und das ist ja die Hauptsache.
Irgendwann gegen morgen machte ich mich dann auf ins Hotel. Sollte so 3,5 km weg sein. Ich wollte zu Fuß los, da ich schon leichte Kopfschmerzen verspürte und hoffte, die loszuwerden. Hat leider nicht geklappt, obwohl ich ne halbe Stunde unterwegs war. Ein wenig länger als gedacht, da das Hotel nicht am Anfang der Straße lag, wie gedacht, sondern noch gut 100 Hausnummern weiter.
Aber was solls, um 4.11 Uhr war ich da. Nur dumm, daß Frühstück mit dem Brautpaar schon um 9.30 Uhr sein sollte!
Das Zimmer war wohl eine Strafe, weil ich Nichtraucher bestellt hatte. So im Vergleich mit anderen Zimmern war es ein größeres Kämmerchen! Tür auf und fast ins Bett fallen. Daran angeschlossen dann noch Dusche und WC. Na was solls, ich hatte Ohropax dabei und schob den Koffer vor die Tür, da Licht von unten reinstrahlte.
Der Weckdienst mit Telefon funktionierte. Aufstehen wollte ich dennoch nicht, quälte mich aber viertel vor Zehn hoch. Und duschte erstmal gemütlich. Um dann gegen 10.15 Uhr beim Frühstück aufzutauchen.
War ein gemütliches Frühstück und ein netter Ausklang. Gegen 11.30 Uhr packte ich den Koffer wieder ein und machte dann nach Verabschiedung den Abflug. Wollte mir noch die Stadt anschauen, entschloß mich aber aufgrund des dunklen Himmels für eine vorzeitige Rückfahrt um 12.18 Uhr.
Ja, was soll ich sagen. Natürlich fuhr der Zug pünktlich ab. Und kam doch mit nur 10 Minuten Verspätung in Hannover an. Ich räumte nur teilweise aus und schlief mich dann doch erstmal aus.
Vielen, vielen Dank für die Party, Yvonne und Mark. War nett.
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2 Kommentare
Tja, immer diese öffentlichen Verkehrsmittel mit ihren Verspätungen. Langsam nervt's echt.
Aber du bist am Leben und hast es geschafft