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Wieder so ein Tag
Heut war wieder so ein Tag. Um 16.15 Uhr sollte ich anfangen zu arbeiten – und dachte irgendwann gegen Mittag: “fahr man um halb vier". !Quatschkopf!” scholt ich mich gleich darauf – schließlich brauchte ich nur knapp ne Viertelstunde zur Arbeitsstelle und wollte doch nur kurz vorher noch was gucken. Also fuhr ich dann gegen viertel vor 4.
Ich kam genau eine Haltestelle weit. Dann kam die Durchsage. “Verehrte Fahrgäste, vor uns gibt es auf Höhe der Bardowicker Straße einen Unfall. Ich habe die Anweisung, hier zu warten. Wann es weitergeht, weiß ich leider nicht.”
...
Hach. Eine Station. Ich kriegte die Krise. Wollte selbst gucken, was los ist. Und stieg aus. Und natürlich begann es gleich darauf zu regnen.
Ich telefonierte mit meinem Arbeitgeber. Teilte mit, daß ich wohl später kommen würde aufgrund eines Unfalls. Angekommen zwischen den zwei Haltestellen erblickte ich den Unfall. Ein Fahrzeug war seitlich in ein anderes gekracht. Beide standen nun über beide Gleise. Die Bahn in Gegenrichtung stand ebenfalls dort. Und weit und breit keine Polizei oder Krankenwagen. Also mußte das grad erst passiert sein. Warum nur hab ich nicht die Bahn vorher genommen? ![]()
Ich ging weiter bis zur nächsten Haltestelle, wollte mir ein Taxi nehmen. Dort gab es einen Taxistand. Aber weit und breit kein Taxi. Das nächste würde 10 Minuten brauchen, das hatte ich schon einmal. Also telefonierte ich nochmal, teilte mit, daß es kein Taxi gäbe und ich weitersuchen würde nach einer Transportmöglichkeit.
Ich rief die üstra über die Info-Säule an. Fragte, ob es einen Ersatzbus gäbe. “Selbstverständlich. Der ist schon unterwegs.” Hach, ich konnte mein Glück gar nicht fassen. Natürlich kam kein Bus. Auch 10 Minuten später, als ich nochmal anrief, kam keiner. Und wo er gerade sei könne man mir nicht sagen. Aha. Und das bei dem superhypermodernen Ortungssystem der üstra, wo alle wissen, wo wer ist. Klasse.
Irgendwann waren Feuerwehr und Polizei da. Schoben dann, nachdem die anderen Irrleuchten von Autofahrern nicht wußten, wie sie zu fahren hatten und nur dumm auf der Fahrbahn rumstanden, die Autos von den Gleisen. Und dann endlich fuhr die Bahn in die Gegenrichtung an. Und meine wurde sichtbar. Also wieder angerufen beim Arbeitgeber und mitgeteilt, daß es wohl noch 10 Minuten dauern würde.
Als die Bahn ankam – die, aus der ich vorher ausgestiegen bin – fragte ich nur, ob er bis Endstation durchfahren würde. “Ja, ich fahre durch.” Wer ’s glaubt. Letztes Mal durfte ich auf halber Strecke aussteigen, weil die Bahn gewendet hatte und in die nachfolgende einsteigen.
Diesmal fuhr sie bis Soltekamp. Dann stieg der Fahrer aus! Und es vergingen 3 weitere Minuten, bis die Fahrerin von der Gegenbahn bei uns einstieg. Man oh man. Als ich dann endlich am Ziel ankam, hatte ich für die Fahrt eine dreiviertel Stunde gebraucht. Genial.
Irgendwie sollte ich öfter auf mein Bauchgefühl hören.