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Arbeit und doch arm dran
Vor ein paar Tagen, gaaaanz früh am Morgen (vor 6 Uhr) an der Bushaltestelle. Ich wartete auf meinen Bus der Linie 123, der Bus der Linie 256 war schon grad abgefahren. Da kommt eine Frau angerannt, völlig außer Atem.
...
“Ist der 256 schon weg?” fragte sie. “Ja, grad eben.” kam von mir. Dann, fast weinerlich: “Mist, jetzt komm ich zu spät zur Arbeit.” Ich dachte, sie hat halt verschlafen und wäre selber schuld. Dann jedoch kam von ihr: “Ich bin hier schon 4 Stunden am Arbeiten, im **-Haus. Und klitschnaß.” Es waren einige Grade unter Null, also äußerst unangenehm. Und dick gekleidet wirkte sie auch nicht.
“Wohin müssen Sie denn noch?” frage ich mitfühlend. “Bis nach A**!” kam ihre Antwort. Das war noch ein ganzes Stück, selbst mit der Straßenbahn, in die sie dann noch wollte, dauerte das Ganze sicher noch weitere 15 Minuten. Ich fragte nach, ob die Bahn denn immer pünktlich käme oder ob sie die denn auch noch mit dem Bus der Linie 123 erreichen könne. “Nein, die kommt immer aus dem Depot, die ist ganz pünktlich.” Damit war dann jegliche Hoffnung gestorben – sie würde auf jeden Fall zu spät kommen. “Ach, manchmal läuft es wirklich nicht so wie es soll!” meinte sie noch und fuhr mit mir dann noch bis zur Bahnhaltestelle.
Was ist das nur für eine Regierung, für ein Land, das die Menschen derartig ausbeuten läßt und letztendlich dafür sorgt, daß sie sich teilweise zu Tode schuften und nichts von dem Leben haben? Und vielleicht zusätzlich noch – mit allem Ärger, der dazu gehört – Hartz IV beantragen müssen. Um sich dann noch von einem Ministerpräsidenten anhören zu müssen, nicht arbeiten zu wollen …
Traurig, traurig. Diese Frau jedenfalls tat mir absolut leid.