| « Yeah | 5 Euro mehr » |
Hartz 4 und Bildung
Beim Rumsurfen in den Nachrichten (ich weiß leider nicht mehr ganz genau, wie und wo) bin ich auf die Berechnung der Regelsätze gestoßen.
Der MDR berichtet dort drüber (hier ein Screenshot, man weiß ja nicht, wie lang es online sein wird). Demnach ist im neuen Regelsatz tatsächlich eine Ausgabe für Bildung vorgesehen! Immerhin 1,39 EUR (in Worten: ein Euro neununddreißig Cent). Nein, nein, nicht pro Tag. Pro Monat! Und für meine Gesundheit habe ich immerhin ca. 47 EUR im Quartal zur Verfügung. Zieh ich dann die 10 EUR für den Allgemeinarzt und 10 EUR für den Zahnarzt ab, bleiben mir noch ca. 27 EUR für 3 Monate, ergo 9 EUR für meine Gesundheit im Monat. Davon abgezogen noch die Rezeptgebühr, bleiben mir noch – ups, da muß ich ja schon draufzahlen. Also mal auf die Zahnbürste verzichten, Zahnpasta ist eh Luxus und sonstige Hygiene wird ja auch überbewertet.
Die Auflistung im Einzelnen:
359 EUR Regelsatz pro Monat pro Erwachsenem:
- Nahrungsmittel ohne Alk: 128,46 €
- Bekleidung und Schuhe: 30,40 €
- Wohnung, Energie, Wohnungsinstandhaltung: 30,24 €
- Möbel und Haushalt: 27,41 €
- Gesundheitspflege: 15,55 €
- Verkehr: 22,78 €
- Nachrichtenübermittlung: 31,96 €
- Freizeit, Unterhaltung, Kultur: 39,96 €
- Bildung: 1,39 €
- Übernachtung, Gaststätte: 7,16 €
- andere Waren und Dienstleistungen: 26,50 €
Ergibt 361,81 € plus Teuerungszuschlag (0,6 Prozent). Bei einer Inflation von um die 2 %.
Bei Kindern bis 6 Jahre beträgt der Bildungsanteil 98 Cent, bis 14 Jahre 1,16 € und für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahre ganze 29 Cent! Eine toll gebildete Garde, die wir uns da heranziehen!
Des weiteren frage ich mich natürlich, wie ich von 30 € im Monat die Wohnung beheizen soll und dazu noch Strom und Gas bezahlen soll. Und in welcher Stadt bekomme ich für die Fahrten zum und vom JobCenter eine Fahrkarte für 22,78 € im Monat?
Ob die bei der Zusammenstellung mal dran gedacht haben, dass diesen super tollen Statistischen Durchschnittswarenkorb auch immerhin zu 25 % Verbraucher zusammenstellen, die eh kein oder sehr wenig Einkommen haben? Und damit auch der Durchschnitt dessen, was gekauft wird, sinkt?
Man, man, liebe Politiker, die ihr dieses Wahnsinns tolle Paket geschnürt habt, ihr solltet vielleicht mal ein halbes Jahr von dem Leben müssen, was ihr da verordnet. Damit ihr mal wieder einen Bezug zum Leben und den Kosten ebendieses bekommt. ![]()
Trackback-Adresse für diesen Eintrag
3 Kommentare
Den Werbelink habe ich mal entfernt. Und wenn Du als Studentin weniger zur Verfügung hast als ALG-2-Empfänger, dann solltest du einfach Hartz 4 beantragen. Das steht dann auch dir zu!
Und wenn Du rumjammerst, dass Du Bafög nur zur Hälfte zurückzahlen mußt, dann kann ich Dir sagen: ich muß es zu 100 % zzgl. Zinsen zurückzahlen.
Und mich würde ernstlich interessieren, worüber man sich Deiner Meinung nach aufregt.
Aber wahrscheinlich ist das eh ein Eintrag einzig und allein zu Werbezwecken, nehm ich an. Dazu vielleicht noch ein kleiner Hinweis: Die Links werden mit einem "nofollow"-Tag versehen. Hilft also im Allgemeinen nicht.