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Personalausweis selbst gemacht
Die Firma Speed Intraproc hat auf der diesjährigen CeBIT ein Selbstbedienungsterminal vorgestellt, das Behörden bei der Erstellung der Personalausweise und Reisepässe zukünftig die Arbeit erleichtern soll.
Durch dieses Terminal soll ein Großteil der Arbeit auf den Bürger ausgelagert werden. Heute muß Otto Normalverbraucher für ein Foto auf Fotopapier sorgen, welches dann ausgestanzt und gescannt wird. Dann muß der Mitarbeiter kontrollieren, ob dieses Bild den Vorgaben der Bundesdruckerei entspricht. Danach werden die persönlichen Daten erfaßt, die Fingerabdrücke genommen, sofern erforderlich und der gesamte Datensatz an die Bundesdruckerei übermittelt.
Ist das Terminal in der Behörde aufgestellt, so darf der Bürger sein Foto digital anfertigen, welches dann durch die gleichen Algorithmen wie die der Bunesdruckerei überprüft werden. Danach darf der Bürger seine Fingerabdrücke einscannen und gibt als Kennzeichnung für diesen Datensatz sein Geburtsdatum an. Dieser Datensatz wandert dann digital weiter an den Sachbearbeiter, der die restlichen Daten wie die Adresse diesem Datensatz hinzufügt. So entsteht kein Medienbruch und das Gebot der Datensparsamkeit wird eingehalten, da die Datensätze nach Abruf im Terminal gelöscht werden und anschließend auch nur bis zur Fertigstellung des Dokumentes in der Behörde verbleiben.
Dieses System basiert auf dem schwedischen Modell, bei dem in den dortigen Polizeibehörden die Gerätschaften zur Erstellung dieser Ausweispapiere stehen. Nur mit dem Unterschied, dass sie dort noch von Polizeibeamten bedient werden, die beispielsweise durch Überprüfung die Fotoqualität gewährleisten.
Beim deutschen Modell hingegen liegt der Großteil der Arbeit und des Zeitaufwandes beim Bürger. Allerdings spart er sich das Anfertigen eines Fotos (nun gut, die Gangsterbilder sehen nicht wirklich gut aus) und investiert dann diesen Zeitanteil in das Anlegen aller für den Ausweis notwendigen Daten. Das ist dann auch der Teil an Arbeit, den der Behördenmitarbeiter mit Kaffeetrinken anderen Tätigkeiten verbringen kann und dadurch die Einsparungen für die Behörden bringt.
Ich konnte das Terminal ausprobieren und fand es wirklich kinderleicht zu bedienen. Es stellt sich für die Fotos auf die richtige Höhe ein und wählt auch das korrekte Foto aus. Von der Idee her finde ich das Ding wirklich nicht schlecht und für Ordnungsämter/Bürgerämter in größeren Städten eignet und amortisiert sich das bestimmt.