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Von leuchtenden Heizbällen zu Ewigkeitsglühlampen
Jeder kennt sie – die Glühlampen, die Otto-Normalverbraucher Glübirnen nennt. Seit 1. September gibt es nun eine Version weniger – von den 60 Watt Lampen dürfen nur noch Restbestände verkauft werden.
Dem zugrunde liegenden Gesetz [der Verordnung (EG) 244/2009] wollte ein Ingenieur mittels einer Kunstaktion Paroli bieten und verkaufte Heatballs – zu deutsch Heizbälle. Das Kunstobjekt sieht aus wie eine Glühbirne, funktioniert wie eine Glübirne und leuchtet wie eine Glühbirne. Hat sogar auch 100 Watt und heizt. Wie bei einer Glübirne werden halt 95 % der Energie in Wärme umgesetzt.
Zum Verkauf der zweiten Charge gab es ein Verbot, über das vor Gericht noch gestritten wird. Und beim Herumlesen bin ich dann noch auf die Seite des Films “Bulb Fiction” gestoßen.
Dort wird über ein – zumindestens bis Mitte der 90er Jahre bestehendes – Glühlampen-Kartell berichtet. Die Hersteller haben in den frühen 20er Jahren die Leuchtdauer der Glühbirnen künstlich auf 1000 Stunden gesenkt! Sollten die hergestellten Birnen länger leuchten, kostete das Strafe. Bis zu 200 Stunden weniger hingegen waren straffrei!
Und dann gab es einen Erfinder, der eine Glühbirne erfunden hatte, die 150.000 Stunden leuchten sollte. Das sind 42 Jahre (wenn man eine durchschnittliche Leuchtdauer von 9 Stunden pro Tag annimmt)! Der Erfinder hieß Binninger und hatte sogar schon ein Angebot für einen abzuwickelnden Hersteller von Glühlampen im Osten Deutschlands abgegeben. Und stürzte ein paar Tage danach mit dem Flugzeug ab.
Eine Dokumentation darüber stellt nun der Film “Bulb Fiction“. Danach dürfte man das Kino ziemlich nachdenklich verlassen.
Nun müßte ich nur noch wissen, wo der hier läuft …
Nachtrag
Kinos habe ich gefunden, aber nur für Österreich. Und eine interessante taz-Seite habe ich auch noch gefunden. Und noch eine Site mit weiteren Fakten: Pro-Gluehlampe.de